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               Brachygobius doriae (Günther, 1868)
Goldringelgrundel
/ Bumblebee goby
 
                   
 

Haltungs- und Zuchtbericht:

Einmal hatte ich das Glück 25 gesunde und kräftige Goldringelgrundeln in einem Kölner Aquariengeschäft zu erstehen, die Weibchen hatten zum Teil sogar bereits einen Laichansatz. Sie bezogen ein Aquarium von etwa 200 Liter Volumen (L 100 cm x T 50 cm x H 35 cm). In dem Aquarium befanden sich noch einige Amanogarnelen und Red-Fire-Garnelen als Mitbewohner.

Während der ca. zwei Jahre, in denen ich diese Gruppe hielt, befanden sie sich ständig in Laichbereitschaft. Balzende Männchen machen einen Farbwechsel durch. Die gelben Streifen werden dunkler und verwischen etwas mit den schwarzen Streifen zu einem unregelmäßigen orange/schwarz. Die Männchen suchen sich eine Höhle und verteidigen diese energisch gegen andere Männchen. Legebereite Weibchen werden vom Männchen umschwommen und von der Seite mit dem Kopf gegen den Bauch gestupst. Langsam wird das Weibchen so zur Höhle gedrängt. In der Höhle folgt die Eiablage. Das Weibchen verlässt danach die Höhle wieder und das Gelege wird bis zum Schlupf der Larven vom Männchen bewacht.

Die kleinen Larven schwimmen die ersten Wochen frei im Wasser und gehen erst später zu einer bodengebundeneren Lebensweise über. Die größte Schwierigkeit bei der Aufzucht besteht darin, kleines Lebendfutter bereitstellen zu können. Artemianauplien können erst nach zwei bis drei Wochen bewältigt werden. Lebloses Staubfutter wurde bei mir gar nicht angenommen. Ich hatte gute Erfolge mit Infusorien (Paramecium sp.) und Rädertierchen (Brachionus sp.). So habe ich ein Gelege von ca. 250 Tieren nahezu verlustfrei aufziehen können.
 

 
  Brachygobius doriae (Goldringelgrundel)
Brachygobius doriae (Goldringelgrundel), Männchen
 
 
 
meine Haltungsbedingungen:

pH-Wert:  7,5 – 8,5
GH:  > 20 °dH
Leitwert:  800 – 5000 µS/cm
Temperatur:  25 – 28 °C
Futter:  Frostfutter, Lebendfutter, (Trockenfutter wurde nicht angenommen)
Sonstiges:  Unregelmäßige Meersalzzugabe (ca. 1 Esslöffel / 10 Liter Wasser),
 dadurch schwankender Salzgehalt.


Literatur:

Geck, J. (2010): Goldringelgrundeln im Brackwasser-Nano-Aquarium. DATZ, Jg. 63(7): 14–17.

Horsthemke, H. (1990): Die Gattung Brachygobius. DATZ, Jg. 43(9): 540–546.

Horsthemke, H. (1992): Grundeln aus der Gattung Brachygobius - Aquarienaufzucht und Entwicklung. DATZ, Jg. 45(2): 88–96.

Larson, H.K. (2001): A revision of the gobiid fish genus Mugilogobius (Teleostei: Gobioidei), and its systematic placement. Rec. West. Aust. Mus. Suppl. No. 62.

Monks, N. (2006): Brackish-Water Fishes. An aquarist's guide to identification, care & husbandry. Neptune City, NJ: T.F.H. Publications.

Riehl, R. & Baensch, H.A. (2007): Aquarien Atlas. Bd. 1, 15. Aufl., Mergus Verlag, Melle.

Schäfer, F. (2005): Brackwasserfische. Alles über Arten, Pflege, Zucht. Rodgau: Aqualog-Verlag A.C.S. (Aqualog special).

Suttner, R. (1999): Die Zwerg-Goldringelgrundel - Vorkommen sowie Pflege und Zucht von Brachygobius doriae. Das Aquarium, Heft Nr. 360, 4–8.

Taxacher, M. (2011): Kleine Süß- und Brackwassergrundeln aus der Familie der Gobiidae. Amazonas, Jg. 7 (4), Heft-Nr. 36: 14-21.

Vierke, J. (2011): Neue Erkenntnisse und Fragen zur Goldringelgrundel Brachygobius doriae. (http://www.fischreisen.de/Goldringelgrundeln.html - Stand 11/2011)

Weiss, W. (1987): Wasserwespen - Die Gattung Goldringelgrundeln. Aquarien-Magazin, Heft Nr. 3, 106–107.
 


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